Nachdem der Asus Eee nun auch in der westlichen Welt zu haben ist, tauchen erste qualifizierte Meinungen auf.
Patrick Norton zum Beispiel, verpasste dem Gerät in der letzten Folge von “This Week In Tech”, auch TWIT genannt, einen relativ herben Veriass. Der Bildschirm sei zu klein, die Tastatur sei selbst für Personen mit kleinen Händen unbrauchbar, das Dateimanagement umständlich und das hinzufügen von Software ist fricklig. Ausserdem sei die Oberfläche sehr langsam. Pikant: Die eingebaute Webcam funktioniert wohl nicht unter Linux.
Ausserdem hat der Blog Neuerdings.com einen mehrteiligen Test zum Eee veröffentlicht. Dieser kam zum Schluss, der Eee sei ein Traumgerät fürs Web und für Blogger. Der Autor geht sogar soweit, dass er behauptet, Asus habe möglicherweise ein Kult-Gerät geschaffen.
Dailytech wiederum weiss zu berichten, dass Asus schon für 2008 an einer Version mit einem 10″ Bildschirm und doppelten Speicher arbeitet.
Fazit
Betrachtet man die ganze Lage, liegt der Schluss nahe, dass der Asus Eee noch keine geeignete Lösung für Jedermann ist. Zwar gilt es einige begeisterte Reviews, die Art und Weise wie diese aber über schwerwiegende Mängel hinwegsehen, legt den Schluss nahe, dass man den Eee als Gewinner sehen möchte.
Asus hat seine Chance mit dem Eee nicht genutzt: Wenn ich ein Gerät mit Linux auf den Markt werfe, habe ich die Möglichkeit, die Unpässlichkeiten von Linux zu adressieren. Das heisst, dass die eingebaute Webcam natürlich funktionieren muss. Das heisst, dass es einen komfortablen Weg zum hinzufügen von Software geben muss. Den Preis und die Größe haben sie nur durch Kompromisse bei Keyboard und Bildschirm hinbekommen.
Am Ende läuft der Käufer des Eee Gefahr, ein zeitfressendes teures Spielzeug zu erwerben, anstatt einen echten Computer.
Richtig enttäuschend ist die langsame Oberfläche des Eee – wenn dem denn so ist. Selbst Leopard läuft auf ähnlicher Hardware flüssig, aber wenn ich was in den letzten 10 Jahren gelernt habe dann, dass Linux immer wieder zu enttäuschen weiss.
Für alle, die an einem solchen Gerät Interesse haben, empfehle ich, auf die 10″ Variante zu warten, oder bis zu Macworld im Januar. Gerüchten zu folge hat Apple auch was im Ofen.
November 15, 2007 um 7:17 |
Das ist ja auch kein Gerät für Apple User!
November 15, 2007 um 8:00 |
Ich glaube sowohl Norton als auch der Mensch von “neuerdings” sind zumindest Teilzeit-Mac-User. Und auch ich habe schon über den Eee nachgedacht und bewege mich permanent in allen drei Welten. Der Mac ist einfach unter allen die produktivste Plattform.
Was mir in meinem Artikel wichtig war, ist die Frage, ob der Eee wie er ist ein Geek-Toy ist, oder ein echtes Werkzeug. Diese Anforderung stelle ich an Macs und PCs gleichermaßen.
November 16, 2007 um 1:52 |
Und ich dachte immer, Mac-User stellten an Macs primär die Anforderung, ein Mac zu sein und somit in logischer Konsequenz kein Windows-PC…
Aber mal die immerwährenden Mac-PC-Streitigkeiten beiseite – ich dachte auch, gelesen zu haben, dass für nächstes Jahr zusätzlich eine Version mit Windows XP (offensichtlich ja das Windows der wiederkehrenden Zukunft
) geplant sei. Da mag man gerne seine Speicher- und Performance-Witzchen machen, aber in Sachen Kompatibilität und Erweiterbarkeit wäre dem EeePC damit sehr geholfen, wie ich finde.
Und dass Apple mal dringlichst die Sub-Notebook-Lücke füllen sollte, sieht man ja schon alleine daran, was heute, JAHRE später, immer noch für ein G4-13″-iBook bei eBay verlangt wird – geradezu absurd!
Wil Harris von ChannelFlip hat übrigens auch eine Video-Review dazu verpasst mit recht wohlwollenden Tönen,
http://www.unwiredshow.tv/2007/10/31/14-asus-eee-pc/
genauso wie Matthias Kremp vom Spiegel Online.
http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,516844,00.html
Cheers!
November 16, 2007 um 8:17 |
@Weckman: So gefällt mir das: Ein Kommentator der in seinem Kommentar Punkte aufführt, die ich aus meinem Artikel absichtlich weggelassen hatte, um diesen nicht zu lang werden zu lassen. Sehr schön.
Harris ist meiner Ansicht nach – ähnlich wie Laporte übrigens – wirklich recht begeistert von Eee. Laporte sogar so, dass er ihn scheinbar bei der letzten Folge von MBW beworben hat. Ich glaube allerdings, dass sich die vor lauter Geek-Lust ausser Acht lassen, das es Menschen gibt, die dieses Gerät anstelle eines echten Notebooks kaufen, um dann zu merken, dass das Ding noch nicht marktreif ist.
Für den Geek in mir ist es natürlich auch ein grosses Thema, was dieses Ding für die Zukunft bedeutet. Der Vernunftmensch wiederum warnt, dass man Geräte solcher Art schon zu Hauf besessen hat und man am Ende nur seine Zeit verplempert hat.
Zu XP: während viele im Eee die grosse Chance für Linux sehen, könnte es sich durch diese Entwicklung natürlich auch zu einer kolossalen Schlappe entwickeln. Wenn nämlich das komische Xandros Linux und XP Seite an Seite gegeneinander konkurrieren, und Linux dann verliert, dann gute Nacht.
Übrigens wette ich mal, dass Microsoft Asus die Lizenzen für XP in diesem Fall sehr gerne und günstig geben wird.
November 17, 2007 um 5:32 |
Also ich denke, wer für ein Gerät 300-400 Euro ausgibt und dann denkt, er hätte nun ein vollwertiges Notebook erworben, der hätte sich vorher tatsächlich besser informieren sollen. Ich dachte auch, dass die mir bekannten Reviews durchaus mehr oder minder darauf hingewiesen hätten, dass es sich weder in Form noch Funktion um einen echten Ersatz handelt.
Natürlich müssen solche Geräte auch sinnvoll eingesetzt werden, und bestimmt wird es auch für dieses Gerät wieder eine gewisse Anzahl an Early-Adopter-Geeks geben, die es sich nur kaufen, weil es eben neu und cool ist und ja nicht die Welt kostet, und dann doch nach ein paar Wochen wieder das Interesse verlieren. Wäre ja nicht so, als wenn mir das nicht auch schon des Öfteren so ergangen wäre. Hier muss doch noch irgendwo mein Psion…oh, ein Furby der ersten Generation, wo kommt der den her…
Und Was Leo angeht – der ist da ja eh schon berüchtigt. Oooh, neu – kaufen! Wie oft der schon alleine WÄHREND der Aufnahme seiner Podcasts Sachen impulsiv gekauft hat, über die nur Minuten zuvor gesprochen wurde, kann ich gar nicht mehr zählen. Tja, wer hat, der hat…
Falls es sich bei der Windows-Variante tatsächlich um ein vollwertiges XP handelt, kann man ja fast gar keinen Vergleich wagen, wo die Linux-Distribution doch extra auf die minimalistische Plattform zugeschnitten ist. Mir stellt sich da eher die Frage, wie es mit XP und der Performance bzw. dem Speicherhunger aussieht. Wenn ich dafür den EeePC noch mal für mehrere hundert Euro aufbohren müsste, wäre ich auch bald schon wieder bei einem normalen billigen Notebook, wenn auch natürlich nicht bei einem der stets teureren Subnotebooks. Da muss man wohl die Tests abwarten.
P.S.: GERNE gibt Microsoft in Jahre 2007 vermutlich eigentlich an niemanden mehr XP-Lizenzen, aber wenn’s sich nicht vermeiden lässt…
November 22, 2007 um 7:25 |
Ich bin “der Mensch von neuerdings.com”. Und ich meine, in der Serie von Testberichten euren Bedenken vorgegriffen zu haben. Das Xandros-Linux ist zu wenig auf völlige Anfänger angepasst worden, der Bildschirm ist zu klein, respektive die Auflösung zu gering.
Davon abgesehen kriegt man genau das, was für diesen Preis zu erwarten ist: Ein handliches Surfbrett mit fast beliebig ausbaubarer Funktionalität. Dass die “Oberfläche sehr langsam” sein soll, kann ich nicht bestätigen – das mag sie unter Windows oder Leopard sein, aber das installierte Linux ist schnell und schlank.
Windows auf das Rechnerlein zu tun, halte ich allerdings für eine Schnappsidee. Selbstredend handelt es sich nämlich um “ein echtes XP” – du musst es ja selber besorgen und auch noch ein USB-Laufwerk, um es zu installieren, was ich mir bisher gespart habe. Genauso wenig, wie das iPhone zum Arbeiten gemacht ist, ist der EEE PC für proprietäre Win-Businessapplikationen ausgelegt. Wer sowas braucht, soll sich den Sony UMPC oder den OQO leisten.
Die Webcam läuft übrigens unter Linux wunderbar – aber nur in einer proprietären Anwendung, was nicht sonderlich sinnvoll ist, da es kein Videoconferencing erlaubt. Mit wenigen Handgriffen habe ich die Erweiterung der Software via Server-Repository inzwischen zugefügt, und damit steht auf dem EEE PC fast die ganze Linux-Welt zur Verfügung. Gimp läuft wunderbar da drauf, nur will ich keine 10MP-Fotos auf einem 800*480-Schirm bearbeiten, wenn es sich vermeiden lässt.
November 22, 2007 um 2:01 |
@Peter Sennhauser: Ich hoffe, du hast meinen Artikel nicht falsch interpretiert. Was du da geschrieben hast, ist nicht nur gut, es ist sogar im internationalen journalistischen Vergleich herausragend.
Mein Arikel hat ja deinen Artikel, den ich als überwiegend pro-EeePC emfand, Patrick Nortons Kommentaren auf TWIT gegenüber gestellt, welche eher kritisch waren. Ich hätte als pro-EeePC-Artikel auch Heise nennen können, aber dein Text war einfach besser.
Meiner Ansicht nach macht der EeePC ein paar Kleinigkeiten falsch, die ihm aber als Produkt im Endeffekt unnötig schaden. Was nicht heissen sollte, das ich nicht selber kurz davor bin, mir einen zu kaufen. Bis zur Macworld Expo im Januar werde ich mir wohl die Fingernägel abkauen.
November 23, 2007 um 3:32 |
Demnächst gibt’s für fast den gleichen Preis übrigens auch das neue Internet-Tablet N810 von Nokia, nun mit ausziehbarer Tastatur und etlichen weiteren Verbesserungen.
http://www.nokia.de/A4630298
Und es basiert ebenfalls auf Linux, sieht aber bei Weitem eleganter aus als der EeePC. Natürlich ist es weit weniger ein Notebook, was den Formfaktor angeht, aber das ist ja alles eh eine Geschmacksfrage.
Januar 28, 2008 um 6:36 |
klein, handlich, surftauglich – kein lahmes linux sonder flüssiges arbeiten -webcam läuft super – software lässt sich via synaptic hinzufügen – teste gerade das gerät meiner mutter ausgiebig und ein wechsel vom easy xandros zum advanced desktop ist auch recht leicht für anfänger zu realisieren.
wer ein wenig fit mit linux ist hat hier für kleines geld einen super laptop am start.
ps: benutze selber os-x und ubuntu (office: xp)
und der kleine kommt mir auch noch ins haus und bei weitem kein nokia !!!
Januar 28, 2008 um 9:11 |
Hi Jaycee,
der Artikel ist schon etwas älter. Inzwischen sind viele Tips aufgetaucht, um mit den kleinen Problemen des Eee zurecht zu kommen. Von einem dieser Tips berichtest du ja selber. Ausserdem hatte ich damals noch die Hoffnung, dass Apple da auch was macht, was sie allerdings nicht haben, dass MacBook Air war entsprechen auch eine ziemliche Enttäuschung.
Aber lange Rede kurzer Sinn, ich habe inzwischen selber einen(eigentlich zwei) Eee-PCs geordert und hoffe, dass zumindest einer von den beiden mal eintrudelt
Mai 30, 2008 um 4:48 |
Tipp: Gerät selbst testen (neu mit Windows erhältlich) – ein super teil.
Hier wird von Blinden (ohne Gerät) “gefachsimpelt” …
Mai 30, 2008 um 12:35 |
@spinner: Den Artikel hatte ich verfasst, bevor der Eee-PC auf dem Markt war(Datum lesen). Da blieb mir nichts anderes übrig, als zu Fachsimpeln.
Wenn du die Folgeartikel gelesen hättest, wüsstest du, dass ich selber zum Verkaufsstart einen Eee vorbestellt hatte, diesen erhalten habe und dir auf genau diesem diese Antwort schreibe.
Übrigens meine Kritik an Asus und der hauseigenen Xandros-Linux-Distri steht nach wie vor: Es ist eine der schlechtesten Distris überhaupt und wer mit dem Eee gut über die Runden kommen möchte, sollte aucht Xubuntu oder Windows XP setzen.