Nachdem in Hessen die rot-grüne Koalition unter Duldung der Linken gescheitert ist, möchte ich mir hier mal als langjähriges Mitglied der Partei „die Linke“(formally known as Linkspartei.PDS, PDS and SED)Gedanken über die Probleme in der Sozialdemokratie und die daraus folgendenden politischen Notwendigkeiten für die Linke und alle sozial gesinnten Deutschen machen.
Lageerfassung
Vor der Wahl gab es die Situation, dass die Linke zum ersten mal in den hessischen Landtag einziehen könnte. Aus Furcht die eigene Macht zu verlieren und um den Sozialdemokraten zu schaden, startete Koch und mit ihm die gesamte CDU Prominenz eine Kampagne, die es der Frau von Yps zu Vorwurf machte, sie wolle mit der Linken nach der Wahl eine Koalitionsregierung bilden.
Nun reagierte Frau von Yps mitsamt der berliner Parteiführung mit einem kathegorischen Ausschluß einer rot-roten Zusammenarbeit. Politisch geschulte Menschen hätten vielleicht die ganze Sache etwas elaganter formuliert und verkündet, dass man sich zwar grundsetzlich eine Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien offen hält, man aber Bedenken gegen eine Zusammenarbeit mit bestimmten Kräften in der Linken habe.
Eine solche Formulierung hätte sowohl vor der Wahl als „Nein“, als nach der Wahl als „ja“ durchgehen können, aber die SPD ist nun einmal auch nur ein Produkt ihrer eigenen Bildungspolitik.
Was allerdings die Lage etwas verändert, ist der Ausflug in rechtsradikale Retorik, welche Koch und sein Hauptmann Wagner kurz vor der Wahl genommen haben. Das Ganze gipfelte dann in der Forderung Wagners, Ausländer die Deutsche beleidigen des Landes zu verweisen. Dies wiederspricht sowohl nationalem als auch internationalem Recht.
Nach der Wahl
Die Linke, durch die Schmähungen der Sozies nicht gerade angetan, waren wegen der Äusserungen Kochs und Wagners trotzdem bereit, eine Regierung von Sozialdemokraten und Grünen ohne eigene Beteiligung zu dulden, um die Abwahl eines Ministerpräsidenten zu begünstigen, der im Wahlkampf rechtsradikale Retorik hoffähig zu machen suchte.
Frau von Yps, die nun vor der Wahl stand alles in Neuwahlen aufs Spiel zu setzen, oder den Posten der Ministerpräsidententin wahrzunehmen, sah sich nun vor dem Scherbenhaufen der eigenen Unfähigkeit. Die gute Frau besitzt nämlich weder die politische Kaltschnäutzigkeit, noch retorischen Fähigkeiten, um das von ihr und ihren Kollegen vor der Wahl zerschlagene Porzellan wieder zu flicken.
Dies führte dann zu den Ereignissen der letzten Tage, wobei sicherlich Intrigen und Bestechungen auch eine Rolle gespielt haben mögen, nur konnten dieses Fieber auch nur aufgrund des vor der Wahl selbst zerstörten Imunsystems zum Ausbruch kommen.
Folgen und Lehren für die Linke
Die Linke sollte sich von der zwanghaften Vorstellung lösen, man könne nur mit den Sozialdemokraten koalieren. Wie die Geschichte der BRD beweißt, wurde die Mehrzahl aller Entscheidungen, die gegen sozialistische Grundsätze verstoßen, von Sozialdemokraten nicht nur mitgetragen, sondern initiiert. Die Geschichte ist voll mit Ereignissen, bei denen die SPD eine Zusammenarbeit mit der Linken ausschlug, wodurch sie dem deutschen Volk und zeitweise auch der gesamten Menschheit schweres Leid zugefügt hat. Die Linke sollte also einen Weg finden, mit Parteien jenseits der Sozialdemokratie zu koalieren, ohne dabei selbst die eigenen Ideale zu meucheln.